Jour Fixe-III: Rückschau
Nachhaltigkeit in der Zeitungsproduktion
Eröffnung der »Jour Fixe«-Vortragsreihe
Die Auftaktveranstaltung der Vortragsreihe »Jour Fixe« wurde am 27. Oktober im Kinosaal des neuen Medienzentrums durch den Dipl.-Ing. Ronald Weidel, zurzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter an der HTWK, eröffnet. Die aktuelle Reihe beinhaltet einen thematischen Mix aus den Bereichen »CO2-neutrale Buch- und Zeitungsproduktion« sowie »Innovative Geschäftsfelder«. Passend zum Thema gab Herr Weidel einen Einblick in sein Forschungsprojekt »Nachhaltigkeit in der Zeitungsproduktion«. Dabei spielt das Thema »Carbon Footprint« eine große Rolle.
»Carbon Footprint«

Der Carbon Footprint wurde entwickelt, um dem wachsenden Anspruch an eine CO2-neutrale Medienproduktion zu begegnen. Er zeigt das Treibhauspotential eines Landes, eines Unternehmens oder eines einzelnen Produkts während einer festgelegten Zeitspanne auf. Als Bilanz der Emission von Produkten und Vorgängen, die zur täglichen Herstellung einer Zeitung benötigt werden, ist dieser aus dem Workflow der Zeitungshäuser inzwischen nicht mehr wegzudenken.
Vor- und Nachteile müssen berücksichtigt werden
Zeitungsverlage müssen dem gewachsenen gesellschaftlichen Umweltbewusstsein entgegenkommen und im Vergleich zu ihrer elektronischen Konkurrenz möglichst gut abschneiden. Hier dient der »Carbon Footprint« als Standortbestimmung der modernen Zeitungsproduktion. Andererseits muss die ohnehin kriselnde Zeitungsbranche so effizient wie möglich arbeiten, um den Leserschwund ausgleichen zu können. Mit der exakten Auflistung des Energieverbrauchs lässt sich konkret deuten, in welchen Bereichen welche Mengen an Energie verbraucht wurden. Im Gegensatz zum »Blauen Engel«, bei dem alle Umweltfaktoren (Abwasser, Rohstoffe usw.) einbezogen werden, ist der »Carbon Footprint« weniger ein Siegel für den Kunden, als vielmehr ein unverzichtbares Instrument zur Workflowoptimierung der Zeitungsverlage an sich. Erschreckend ist in diesem Zusammenhang , dass das Zeitungssterben in den USA besonders hoch ist, obwohl die Zeitungsverlage dort bereits mit einer sehr hohen Effizienz arbeiten.Das hindert Ronald Weidel jedoch nicht in seiner Forschung. Ebenso wenig sollten die Zeitungsverlage ihre Bemühungen um eine Optimierung des Energie- und CO2–Verbrauchs verringern.
zuletzt aktualisiert am 24.11.2010E-Mail an den Autor senden






